Sport Leben

Sport Leben

Eine wahre Lebensgeschichte
mit vielen Erfolgen und Rückschlägen
von Gert Mair

Viele werden sich gefragt haben bzw. fragen, warum ich dieses Buch geschrieben habe. Sobald ihr die folgenden Zeilen gelesen habt, werdet ihr meine Entscheidung verstehen.

Hallo an alle! Ich bin nach schwerer Krankheit wieder zurück in meinem wunderschönen und gewissermaßen „dritten“ Leben, wofür ich eine große Dankbarkeit empfinde, und es ist mir ein großes Anliegen, allen von ganzem Herzen zu danken, die dazu beigetragen haben, dass ich nun wieder mitten im Leben stehen, dieses bewusst sowie intensiv erleben und gestalten kann und darf. Jeder Augenblick in diesem Leben ist ein Geschenk Gottes und man soll es zu schätzen wissen, es bewusst leben, es genießen und stets auch dafür dankbar sein. Für „meine Rückkehr ins Leben“ habe ich vielen zu danken. Da ich ein tiefgläubiger Mensch bin, danke ich vor allem dem lieben Gott sowie allen Heiligen und Helfern. Mein größter Dank geht an meine geliebte Familie, nämlich an meine Frau Astrid und an meine Kinder Sarah und Moritz, denen ich wohl am meisten zu verdanken habe und die mir in jeder Lebenslage – sowohl privat als auch im Betrieb – zur Seite standen, und an meine liebe Mutter, eine fürsorgliche und starke Frau, die in ihrem Leben große Herausforderungen und schwierige Situationen in bewundernswerter Weise gemeistert hat. Großer Dank gebührt weiters unseren Angehörigen, Freunden und Bekannten sowie den Mitarbeitern unseres Betriebes Mair KG. Ich danke außerdem allen Kunden, Lieferanten und meinem gesamten Umfeld.

Als Zeichen des Dankes mache ich sehr gerne, mit Freude, Überzeugung und Engagement allen in dieser Welt dieses schöne Geschenk, wobei mich ein tolles Team (Freunde – besonders vom Yoseikan Budo –, Sportler, Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Kultur, Ärzte und Krankenhauspersonal, Heilpraktiker sowie die Sektion Yoseikan Budo und Fitness des ASV Niederdorf), das mich begleitet, weiterhin unterstützt und allen Hilfe bietet, die Hilfe benötigen und Hilfe suchen.
Ich bin jetzt wieder vollkommen gesund, und zwar auf allen Ebenen: körperlich, geistig und seelisch. Ich bin nun wieder voller Lebensenergie und könnte Berge versetzen – wie schon mein Vater zu sagen pflegte, wenn es galt, Herausforderungen zu bewältigen und durchzuhalten: „Puschtra Bluit isch ka Nudelsuppe!“ Durch den Glauben an sich selbst, das Vertrauen in sich selbst und die Hilfe guter Menschen geschehen nicht selten wahre Wunder, die man oft selbst nicht glauben und begreifen kann.

Ich bin glücklich, zufrieden und erfüllt von Dankbarkeit, von Freude sowie von positiver Einstellung und schätze das Leben mehr als je zuvor. Ich habe durch meine Erfahrungen sehr viel gelernt, was ich auch weitergeben kann und möchte, um dadurch auch anderen helfen zu können.

Dieses Buch soll somit nicht nur meine Dankbarkeit für die „Rückkehr ins Leben“ zum Ausdruck bringen, sondern auch allen Mut machen, die sich in einer ähnlichen Situation befinden, und aufzeigen, dass es auch in oft aussichtslos erscheinenden Lebenslagen einen Ausweg gibt.

Die Zeit meiner Krankheit und die Rückschläge, die mich und meine Familie hart getroffen haben Anfälle manifestierte, die mir hart zusetzten. Laut Aussagen des behandelnden Ärzteteams kostete mich ein Anfall – und manchmal traten an einem Tag gleich mehrere auf – die gleiche Menge an Energie, die für acht Stunden anstrengender Arbeit benötigt wird.

Im Jahr 2011 hatte ich bei meiner Größe von 1,87 m das nahezu ideale Gewicht von 85 kg, Ende 2018 wog ich hingegen nur noch 67 kg. Ich verlor im betreffenden Zeitraum immer mehr an Gewicht, Energie, Lebensfreude sowie Mut und die Gesundheit von Körper, Geist und Seele. Schlimm war auch, dass ich mich nie an einen Anfall erinnern oder mich auf einen solchen vorbereiten konnte, da ich das Nahen eines solchen nicht spürte. Ich war teilweise so schwach, dass ich zwischendurch fast umkippte.

Ich hatte sehr starke Erinnerungsverluste vor allem beim Langzeitgedächtnis – z. B. konnte ich mich von meiner Traumhochzeit an fast gar nichts mehr erinnern. Auch in Bezug auf das Kurzzeitgedächtnis gab es starke Einbußen; außerdem hatte ich Schlafprobleme, war sehr angespannt sowie nervös und hatte auch andere Beschwerden.

Ich musste jeden Tag und vor allem in der Nacht rund um die Uhr – jede Stunde, ja jede Sekunde – überwacht und kontrolliert werden, da ich jederzeit einen Anfall haben und mich somit in Lebensgefahr befinden – durch Ersticken, durch Umfallen, durch Stürze im Stiegenhaus und aufgrund einer Vielzahl anderer Gefahrensituationen – und auch andere Menschen gefährden konnte. Ich durfte nie alleine bzw. ohne Begleitung das Haus verlassen oder unterwegs sein, nicht einmal ein kleiner Besuch bei Freunden oder ein kurzer Aufenthalt in einer Bar war möglich. Man kann sich wohl kaum vorstellen, was meine Frau und meine Kinder, die mich tagtäglich betreuen, begleiten und beschützen mussten, mitgemacht haben!

Die schlimme Situation, in der ich mich befand, wirkte sich natürlich auch auf meine berufliche Tätigkeit entsprechend aus: Unseren gemeinsam geführten Betrieb, nämlich die Firma Mair KG – Bodenbeschichtungen und Baufirma, mussten wir von einem Tag auf den anderen völlig umstellen. Vorher hatte ich pro Jahr ca. 75.000 km mit dem Auto zurückgelegt, das ich ab sofort nicht mehr benutzen durfte. Als zusätzliche Belastung kam hinzu, dass wir noch hoch verschuldet waren, da wir den Betrieb erst neu aufgebaut und neue Produktionsflächen errichtet hatten. Zu unserem Glück gab es diesbezüglich einen Lichtblick, da wir uns durch die Hilfe vonseiten unserer Familien, von tollen Mitarbeitern sowie von guten Freunden und aufgrund des Verständnisses der Kunden, Architekten, Lieferanten und anderer Geschäftspartner gut umorganisieren und die im beruflichen Bereich entstandenen Probleme einigermaßen in den Griff bekommen konnten. Sehr schlimm war für mich auch, dass ich nun keine sportlichen Aktivitäten mehr ausüben durfte und auf meine Tätigkeit als Yoseikan Budo-Athlet sowie -Trainer, auf das Wandern und auf vieles andere mehr verzichten musste.

Harte Schicksalsschläge hatte es jedoch bereits vorher gegeben, von denen mich zwei besonders hart getroffen haben: Am 15.05.1977 starb mein Vater bei einem Autounfall. Er war 38 Jahre alt und hoch verschuldet, da erst die Betriebshalle und das Wohnhaus neu gebaut worden waren. Das tragische Geschehen ereignete sich am Tag meiner Erstkommunion. Ich sehe noch heute das Bild vor mir, wie der Vater wegfährt, um meine Tante zur Feier abzuholen – aber er kam nicht mehr zurück. Fast auf den Tag genau – nur 12 Tage Unterschied – 10 Jahre später hatte ich 5 km vom selben Ort entfernt einen schweren Autounfall, den ein betrunkener Autofahrer verursachte. Ich erlitt dabei fast die gleichen Verletzungen, an denen mein Vater damals verstorben war. Ich überlebte jedoch wie durch ein Wunder und durfte somit weiterleben. Hansjörg Kamelger, der verstorben war. Ich überlebte jedoch wie durch ein Wunder und durfte somit weiterleben. Hansjörg Kamelger, der Freund meiner Schwester Gaby – beide befanden sich im Auto – kam hingegen ums Leben, während sie nur leicht verletzt wurde. Ich hatte zahlreiche Schnittwunden am ganzen Körper, einen Milzriss, eine Leberquetschung, innere Blutungen, einen Kreuzbandriss und die Zähne kaputt. Ich befand mich 5 Tage in Lebensgefahr und wäre beinahe gestorben. Dass ich überlebte, habe ich vor allem dem großartigen Einsatz meiner Mutter zu verdanken, die alles tat, um mir zu helfen.

Das war das dritte tragische Ereignis in unserer Familie; denn am 18.08.1982 war mein Onkel und Firmpate, der bekannte Schirennläufer Bruno Nöckler, ebenfalls einem schweren Autounfall zum Opfer gefallen, als er mit der italienischen Schinationalmannschaft an einem Trainingslager in Neuseeland teilnahm.

Ein neuer Anfang
Meine Lebensgeschichte bzw. die Geschichte unserer Familie ist von tragischen Ereignissen, von Tiefpunkten und Rückschlägen, aber auch von tollen Erfolgen und vielen schönen Momenten gekennzeichnet, auf die ich nun aus meiner neuen Situation heraus Rückschau halten kann und die mir ebenfalls wichtige Lebenserfahrungen vermittelt haben. Den Großteil des Buches nehmen somit die sportlichen sowie die beruflichen Erfolge unserer Familie ein. Gemeinsam haben wir Schlimmes durchgestanden, aber auch viel Schönes erlebt und Erfolge gefeiert, die uns mit großer Freude und Genugtuung erfüllen. Ich bin unsagbar froh, glücklich und dankbar, dass ich nun sowohl in sportlicher als auch in beruflicher Hinsicht – aber vor allem als Mensch – wieder dort anknüpfen und weitermachen kann, wo mich die schwere Krankheit aus der Bahn geworfen und mein Leben zu einem jahrelangen Leidensweg gemacht hat. Ich werde mich wieder voll einbringen und jeden Tag bewusst sowie dankbar und als kostbares Geschenk leben.

Erfülltes Leben
Das Wesentliche im Leben sind nicht die vielen Erfolge – so schön sie auch sein mögen –, sondern die menschlichen Werte und der Wert des Lebens als solches, das – allen Rückschlägen zum Trotz – stets lebenswert, sinnvoll und wertvoll ist. Wir sollten uns dessen immer wieder bewusst sein!
Fehler machen zu dürfen und aus Fehlern zu lernen – auch das ist ein wesentlicher Aspekt des Menschseins, welcher das Leben „menschlicher“macht.

Zum Abschluss einige Worte zum Nachdenken
Was ist wichtig im Leben und was macht es sinnvoll? Geld, Besitz, Ruhm, Hektik, Stress, Erfolg um jeden Preis, Ellbogenmentalität u. dgl.? Oder doch Lebensfreude, Zufriedenheit, Dankbarkeit, Gesundheit, Familie und Freunde, bewusstes und sinnerfülltes Erleben und Gestalten der uns geschenkten Zeit? Ich habe jedenfalls die Antwort für mich gefunden – ich hoffe und wünsche, dass dies auch anderen Menschen gelingen mag!